Haarausfall beim Mann Ursachen: medizinisch erklärt

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Medizinisch geprüft von Dr.Ali

Von Asli Tarcan Clinic

Zuletzt aktualisiert: Januar 23, 2026

Haarausfall ist heute ein weitverbreitetes Problem, von dem zahlreiche Männer im Laufe ihres Lebens betroffen sind. Egal, ob es sich um kahle Stellen, Geheimratsecken oder kontinuierlich fortschreitenden Haarausfall handelt – Haarverlust ist eine psychisch belastende Situation, die sich negativ auf das eigene Selbstbild und das Selbstbewusstsein auswirkt.

In diesem Beitrag erfahren Sie, was hinter dem Haarausfall bei Männern steckt, wie Sie Maßnahmen gegen den Haarausfall ergreifen können und die verschiedenen Behandlungsmethoden. Wir verraten außerdem wertvolle Tipps und bewährte Methoden zur Pflege und zur Wiederherstellung Ihrer Haarpracht.

Studien zeigen, dass androgenetische Alopezie die häufigste Form des Haarausfalls beim Mann ist und bis zu 50 % der Männer bis zum 50. Lebensjahr betrifft, mit erheblichen Auswirkungen auf Selbstbild und Lebensqualität.

Was ist Haarausfall überhaupt?

Haarausfall, medizinisch als Alopezie bezeichnet, beschreibt den teilweisen oder vollständigen Verlust von Haaren an der Kopfhaut oder an anderen Körperstellen. Beim Mann können die Ursachen für Haarausfall unterschiedlich sein und reichen von genetischer Veranlagung über hormonelle Veränderungen bis hin zu Erkrankungen, der Einnahme bestimmter Medikamente oder psychisch belastende Faktoren wie Stress. 

Aus medizinischer Sicht spricht man von relevantem Haarausfall, wenn täglich mehr als 100 Haare ausfallen. In solchen Fällen wird häufig von einem verstärkten Haarausfall oder einem Telogen-Effluvium gesprochen.

Laut der American Academy of Dermatology gilt ein täglicher Haarverlust von 50 bis 100 Haaren als normal. Fallen dauerhaft mehr als 100 Haare pro Tag aus, kann dies ein Hinweis auf eine der Ursachen für Haarausfall beim Mann sein und sollte ärztlich abgeklärt werden. 

Wird Haarausfall sichtbar, ist häufig das Haarwachstum selbst beeinträchtigt. Der natürliche Zyklus des Haarwachstums gerät aus dem Gleichgewicht, sodass einzelne Phasen verkürzt sind oder schneller ablaufen als vorgesehen.

Person zeigt beginnenden Haarausfall am Haaransatz, indem sie die Haare mit den Händen zur Seite zieht.

Die Wachstumsphase der Haare einfach erklärt

Sollten Sie von übermäßigem Haarverlust betroffen sein, kann die Wachstumsphase der Haare an diversen Stellen gestört sein. Ihre Haare wachsen in drei verschiedenen Phasen: der Anagenphase, der Katagenphase und der Telogenphase.

  1. Anagenphase (Wachstumsphase): In dieser Phase befindet sich das Haar im aktiven Wachstum. Sie erstreckt sich in der Regel über einen Zeitraum von zwei bis sechs Jahren. Währenddessen nimmt das Haar kontinuierlich an Länge zu und wächst durchschnittlich etwa einen Zentimeter pro Monat. Rund
  2. Katagenphase (Übergangsphase): Während der rund zwei Wochen andauernden Übergangsphase befindet sich dauerhaft lediglich etwa
  3. Telogenphase (Ruhephase): In dieser etwa dreimonatigen Phase befinden sich rund 9 % der Haare. Das Haar ist inaktiv und fällt schließlich aus, um Platz für neues Haar zu schaffen. Anschließend beginnt der natürliche Zyklus erneut, indem ein neues Haar im Follikel nachwächst.

Infografik zum Haarwachstumszyklus mit vier Phasen: Anagenphase, Katagenphase, Telogenphase und neues Haarwachstum, dargestellt als kreisförmiger Ablauf mit Symbolen.

Die häufigsten Ursachen von Haarausfall beim Mann

Viele Männer sind durch Haarausfall stark belastet. Die Gründe können sehr unterschiedlich sein. Häufig fällt zunächst dünner werdendes Haar auf, begleitet von sich vergrößernden Geheimratsecken. Mit der Zeit kommt es zu größeren kahlen Stellen, was das Selbstbewusstsein beeinträchtigen kann, da Haare oft als Symbol für Gesundheit und Attraktivität gelten.

Erblich bedingter Haarausfall

Die häufigste Form des Haarverlusts bei Männern ist der erblich bedingte Haarausfall, auch Haarausfall androgenetische Alopezie genannt. Er wird genetisch weitergegeben, sodass ähnliche Muster oft bei Vätern und Großvätern zu erkennen sind. 

Typischerweise verläuft dieser Haarverlust in drei Phasen: Zunächst lichtet sich das Haar am Haaransatz, wodurch Geheimratsecken entstehen. Anschließend fallen die Haare am Oberkopf aus, bis sich ein typischer Haarkranz bildet.

Psychischer Stress

Langanhaltender beruflicher oder privater Stress kann die Haarwurzeln schwächen und vorzeitig Haare ausfallen lassen. Auch psychisch belastende Ereignisse wie Scheidung oder der Tod eines Angehörigen können vorübergehend Haarausfall auslösen.

Erkrankungen und Nährstoffmangel

Einige Erkrankungen oder ein Mangel an wichtigen Nährstoffen wie Eisen, Aminosäuren oder B‑Vitamine können die Haarwurzeln schwächen. Das Haar erhält nicht genügend Nährstoffe, seine Lebensdauer verkürzt sich und es fällt vorzeitig aus.

Falsche Haarpflege

Zu heißes Wasser, heiße Föhnluft, aggressive Shampoos, grobe Kämme oder reibende Kopfbedeckungen belasten das Haar zusätzlich. Auch diese Faktoren können den Haarausfall beim Mann begünstigen.

Weitere Ursachen

Darüber hinaus können vorübergehender Haarausfall oder verstärkter Haarverlust durch folgende Faktoren ausgelöst werden:

  • Autoimmunerkrankungen
  • Hormonelle Überempfindlichkeit
  • Mangelernährung
  • Medikamente, z. B. Chemotherapie
  • Schilddrüsenprobleme
  • Jahreszeitenwechsel

Diese Vielfalt zeigt, dass Haarausfall beim Mann Ursachen oft in einer Kombination aus genetischen, körperlichen und emotionalen Faktoren liegen. Eine gezielte Behandlung erfordert die genaue Identifikation der Ursache, um den Haarausfall stoppen zu können.

Welche Arten von Haarausfall gibt es bei Männern?

Bei Männern treten unterschiedliche Formen von Haarausfall auf. Die häufigsten Arten von Haarausfall sind der erblich bedingte Haarausfall (Haarausfall androgenetische Alopezie), diffuser Haarausfall (diffuse Alopezie), kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) und vernarbender Haarausfall, bei dem die Haarfollikel dauerhaft geschädigt sind. Jede Form von Haarausfall zeigt typische Muster, etwa Geheimratsecken, kahle Stellen oder gleichmäßige Ausdünnung der Haare.

Erblich bedingter Haarausfall wird durch Dihydrotestosteron (DHT) begünstigt, ein Hormon, das die Haarfollikel bei genetisch prädisponierten Männern verkleinert. Auch psychisch belastende Situationen, Krankheiten oder ein Mangel an Nährstoffen wie Eisen können die Wachstumsphase der Haare stören. Eine ausgewogene, gesunde Ernährung unterstützt das Haarwachstum und kann manchen Mangel ausgleichen.

Selbstcheck: Woran erkenne ich die Ursache grob?

Das Muster des Haarverlusts liefert erste Hinweise:

  • Erblich bedingter Haarausfall tritt vor allem an Schläfen und Oberkopf auf.

  • Diffuser Haarausfall (Diffuse Alopezie) zeigt sich durch gleichmäßiges Ausdünnen der Haare über die gesamte Kopfhaut.

  • Kreisrunder Haarausfall führt plötzlich zu einzelnen kahlen Stellen.


Diese Beobachtungen ersetzen jedoch keine ärztliche Diagnose.

Was tun bei Haarausfall? Maßnahmen nach Ursache

Die Therapie richtet sich nach der Ursache ab:

  • Erblich bedingter Haarausfall: Mittel, die direkt auf die Kopfhaut aufgetragen werden, ärztliche Beratung oder eine Haartransplantation in Istanbul.
  • Stressbedingter Haarausfall: Stress reduzieren, gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung.
  • Mangelernährung oder Erkrankungen: gezielte Supplemente und Behandlung der Grunderkrankung.


Bei diffuser Alopezie oder vernarbenden Haarausfall sollte zusätzlich ärztlicher Rat eingeholt werden, um den Haarausfall stoppen zu können.

FAQs

Wie viele Haare am Tag sind normal – ab wann ist es Haarausfall?

Zwischen 50 und 100 Haaren täglich gelten als normal. Sollten mehr als 100 Haare ausfallen, gilt dies als relevanter Haarausfall.

Ja. Psychisch belastende Situationen können die Haarwurzeln schwächen und Haare ausfallen lassen.

Typisch sind Geheimratsecken und Ausdünnung am Oberkopf, oft familiär vererbt und durch Dihydrotestosteron (DHT) beeinflusst.

Wenn medikamentöse Maßnahmen nicht greifen und das Haar deutlich ausgedünnt ist, kann eine Transplantation erwogen werden.

Ein Mangel an Nährstoffen wie Eisen, Aminosäuren oder B‑Vitaminen kann das Haarwachstum negativ beeinträchtigen.

Medizinisch geprüft von Dr.Ali

Von Asli Tarcan Clinic

Zuletzt aktualisiert: Januar 23, 2026

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